MAVRODAPHNE – DIE DUNKLE IKONE VON PATRAS
Mavrodaphne – griechisch Μαυροδάφνη – ist eine traditionsreiche autochthone rote Rebsorte Griechenlands, die besonders eng mit Patras und Achaia im nordwestlichen Peloponnes verbunden ist. Berühmt wurde sie vor allem durch die tiefdunklen, süßen und gereiften Weine der PDO Mavrodaphne of Patras, doch die Rebsorte kann wesentlich mehr: Heute entstehen aus ihr zunehmend auch anspruchsvolle trockene Rotweine.
Herkunft & Geschichte
Die wichtigste historische Heimat der Mavrodaphne liegt in Achaia rund um Patras. Daneben besitzt die Rebsorte eine lange Tradition auf Kefalonia.
International bekannt wurde Mavrodaphne im 19. Jahrhundert insbesondere durch die Weintradition von Patras. Der Name wird häufig mit „schwarzer Lorbeer“ übersetzt – „mavro“ steht für schwarz beziehungsweise dunkel und „daphne“ für Lorbeer.
Mit Mavrodaphne of Patras besitzt die Region eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die untrennbar mit der Geschichte der Rebsorte verbunden ist.
Charakter & Aromatik
Mavrodaphne besitzt dunkle, blauviolette bis nahezu schwarze Beeren mit einer deutlich sichtbaren natürlichen Wachsschicht. Daraus entstehen intensiv gefärbte und aromatisch komplexe Weine.
Typische Aromen sind:
- dunkle Kirsche
- Schwarzkirsche
- Brombeere
- Pflaume
- getrocknete Früchte
- Rosinen
- Feige
- Gewürze
- Kräuter
- Schokolade und Kakao
- Kaffee
- Tabak
Bei länger gereiften süßen Weinen können zusätzlich komplexe Noten von Karamell, Nüssen, Trockenfrüchten und Gewürzen entstehen.
Ausbau & Weinstil
Traditionell ist Mavrodaphne vor allem für süße, aufgespritete Rotweine bekannt. Dabei wird die Gärung durch die Zugabe von Alkohol gestoppt, sodass ein Teil des natürlichen Traubenzuckers erhalten bleibt.
Anschließend können die Weine über längere Zeit im Fass reifen. Durch diese oxidative Reifung entwickeln sich die charakteristischen komplexen Aromen.
Inzwischen erlebt Mavrodaphne aber auch als trockener Rotwein eine bemerkenswerte Renaissance. Moderne Produzenten zeigen, dass die Rebsorte trockene, strukturierte und charaktervolle Weine mit eigenständiger Persönlichkeit hervorbringen kann.
Besonderheiten
Mavrodaphne ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich das Bild einer historischen griechischen Rebsorte verändern kann.
Jahrzehntelang wurde sie nahezu ausschließlich mit süßem Dessertwein verbunden. Heute entdecken griechische Winzer zunehmend ihr Potenzial für hochwertige trockene Rotweine.
Ihre dunkle Frucht, würzigen Komponenten und ihre Fähigkeit zur Reifung machen sie zu einer der interessantesten roten autochthonen Rebsorten des Peloponnes.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Rebsorte Mavrodaphne und der geschützten Herkunft PDO Mavrodaphne of Patras: Nicht jeder Wein aus der Rebsorte Mavrodaphne ist automatisch ein PDO Mavrodaphne of Patras.
Speisenbegleitung
Die passende Speisenbegleitung hängt stark vom Weinstil ab.
Trockene Mavrodaphne passt hervorragend zu:
- Lamm
- Rindfleisch
- Wild
- geschmortem Fleisch
- gegrilltem Fleisch
- Pilzgerichten
- kräftigen mediterranen Gerichten
- gereiftem Käse
Süße Mavrodaphne harmoniert besonders mit:
- dunkler Schokolade
- Schokoladendesserts
- Nüssen und Walnüssen
- Trockenfrüchten
- kräftigem Käse
- Desserts mit Feigen oder Pflaumen
Gut gereifte Mavrodaphne kann außerdem hervorragend allein als Digestif getrunken werden.
Mavrodaphne auf einen Blick
Rebsorte: Rot, autochthon griechisch
Griechisch: Μαυροδάφνη
Herkunft: Griechenland, besonders Peloponnes und Ionische Inseln
Wichtigste Region: Achaia / Patras
Weitere bedeutende Heimat: Kefalonia
Geschützte Herkunft: PDO Mavrodaphne of Patras
Charakter: Dunkel, fruchtintensiv, würzig und komplex
Typische Aromen: Schwarzkirsche, Brombeere, Pflaume, Feige, Rosinen, Gewürze, Kakao, Kaffee und Tabak
Farbe: Tiefes Rubinrot bis sehr dunkles Purpurrot
Ausbau: Traditionell als süßer aufgespriteter Wein mit Fassreifung; zunehmend auch trocken ausgebaut
Weinstile: Süßwein und trockener Rotwein
Reifepotenzial: Besonders bei hochwertigen und traditionell ausgebauten Weinen sehr gut
Besonderheit: Eine der traditionsreichsten roten Rebsorten Griechenlands und eng mit Patras verbunden
Trinktemperatur: Trockene Weine etwa 15–17 °C; süße Mavrodaphne etwa 12–16 °C
Passt besonders zu: Lamm, Wild und kräftigen Fleischgerichten bei trockenen Weinen sowie Schokolade, Nüssen, Trockenfrüchten und Käse bei süßen Weinen.